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Der Topf findet sein Deckelchen nicht

FLR – 3 Buchstaben, eine Welt, meine unerfüllte Welt. Schon an Gedanken daran bekomme ich weiche Knie und Herzrasen. Mein Alter schreitet immer schneller dem Methusalem entgegen, ohne dass ich jeweils nur in Ansätzen das Gefühl der Erfüllung erfahren werde. Es ist schon lange her, dass ich mich dem ganzen entzogen habe. Ich hatte aufgegeben an das zu glauben, was meine Bestimmung ist. Aber da habe ich mich selber betrogen. Ich bin und bleibe auf immer dem Weibe untertan und das Suchen wird kein Ende, bis zu meinem Ende.

Es war nur eine kurze Zeit des Glücks, als ich im Ansatz eine Herrin als meine Obrigkeit bezeichnen durfte. Ich durfte mindestens einmal die Woche antanzen, ihr die Wohnung auf Vordermann bringen und sie bedienen. Es lief alles fast Wortlos ab, aber ich war glücklich bei ihr zu sein. Diese wenigen Stunden vergingen wie im Fluge, aber ich empfand Glückseligkeit. Ich stand natürlich immer weit vor der vereinbarten Zeit vor ihrer Haustür und wurde immer nervöser, je näher es an der Zeit war.

Die kleine Aufmerksamkeit in meiner Hand wurde durch mein Ausdünsten immer nasser. Auf die Minute genau läutete ich dann und begab mich zugleich auf die Knie. Sie öffnete und ich ergriff ihre Füße und bedeckte diese mit etlichen Küssen. Ich hätte das ewig machen wollen, wenn da nicht die Anweisung „genug“ gekommen wäre. Ich durfte aufstehen und begab mich gleich in die Küche. Dort empfand ich meine Aufgaben für den Tag. Mir wurde eine Halskette angelegt und meine Männlichkeit wurde in den Käfig gesteckt.

Das war natürlich kein gewöhnlicher, sondern mit einem Elektroschocker versehen und mit Fernbedienung in der Hand meiner Herrin. Nach diesem Ritual wußte ich um meine heutigen Aufgaben. Sie nahm im Wohnzimmer platz und ich begann aufzuräumen und zu putzen. Ich brachte den Müll weg und polierte das Bad auf Hochglanz. Das erstaunliche dabei ist, dass ich, wie sonst, gar kein Ekel verspürte. Egal was ich anfasste, es war in diesem Augenblick ganz natürlich. Lag es vielleicht daran, das das alles von meiner Herrin war, die ich heiß verehrte und zugleich begehrte? Warum kann ich nicht für immer mein Lager hier aufschlagen, im Gang in einem Hundekorb, gleich neben ihrem Schlafzimmer.

So kann sie immer auf mich zugriff nehmen, zu jeder Zeit. Zwischendurch bekam ich den Stromschlag zu spüren. Das war das Zeichen ihres Rufs. Ich eilte zu ihr, gebührend sank ich vor ihren Füßen zu Boden und erwartete die nächste Anweisung. Diesmal sollte ich ihr eine Tasse Kaffee servieren. Nach Abschluss meiner Aufgaben wurde streng kontrolliert. Wie kann es anders sein, wurden auch Mängel festgestellt und sogleich klatschte es Ohrfeigen, für die ich mich artig bedankte.

Zum Abschied küsste ich wiederum ihre Füße und die Tür trennt mich nun von ihr. Ich fing jetzt schon die Stunden zu zählen, bis ich wieder bei ihr sein darf. Dann war Schluß! Ich bekam keine Nachrichten, oder Anrufe. Sie entzog sich meiner und ich fiel in ein tiefes Loch. Wie abgedroschen und gewöhnlich das klingt. Aber ich finde keine andere Beschreibung meines Zustands. Warum ist das Geben schwieriger als nehmen? Warum werde ich nicht verstanden? Was mache ich falsch? Es gibt keine Handvoll Männer, die das Empfinden, was ich empfinde.

Für mich steht nicht Sex an erster Stelle. Das ist dann nur ein Teil vom Ganzen und es steht ganz hinten an. Nur durch die Erfüllung und der Hingabe, bekomme ich meine Belohnung. Das ist meine Befriedigung, mein Orgasmus. Der Entzug und die Machtlosigkeit über einem selbst, ist das Besondere. Alles wird bestimmt durch eine Person, die man abgöttisch begehrt, liebt und verehrt. Das ist unbeschreiblich geil. Aber mit einem Mal war ich Geschichte.

Sie hatte ihre eigenen Sorgen und Probleme und konnte mich nicht gebrauchen. Ich war mehr Ballast als eine Bereicherung für sie. Ich zog mich zurück und versuchte wieder ein halbwegs normales Leben zu führen, was immer das ist. Es zeigt sich immer mehr, dass ich mich hier selber belog und betrog. Die Wahrheit ist, dass ich mich mehr den je nach einer Herrin sehne. Ich sehne mich nach einer Herrin, die mich im wahrsten Sinne des Wortes besitzt.

Und immer wieder tauchen die drei Buchstaben vor meinen Augen auf, hell erleuchtet, FLR. Die Bedeutung dieser Beziehung wird mir immer bewusster und geht in mir auf wie ein Stern. In mir brodelt und kocht es. No-Inside, aber auf ewig ausgeliefert und zur ewigen treue verpflichtet zu sein. Ich finde gar nicht die richtigen Worte, um das zu schildern, was ich fühle. Wo ist die Herrin, die ich vereheliche, verehre, vergöttere und immer wieder auf´s neue mich in sie verliebe? Ich möchte sie auf Händen tragen und ihre Wünsche, Bedürfnisse erfüllen, wie es meiner Bestimmung entspricht.

Mein Bestreben ihr das zu geben, mich stündlich um ihre Gunst zu kämpfen, ist keine leichte Aufgabe. Aber das Ziel ist himmlisch. Man begehrt eine Frau auf´s Höchste, möchte die Zweisamkeit genießen und beben, wenn man in ihrer Nähe ist. Man hat sich ihr ausgeliefert und unterworfen. Die Macht ist in ihrem Besitz. Sie allein bestimmt fortan über mich. Mein Wohlergehen, meine Bedürfnisse, mein Aussehen, ja alles ist in ihrer Macht. Allein die Liebe zu ihr, die grenzenlose Hingabe und Ergebenheit, und sie abgöttisch zu begehren, ist das Einzige, aber das Wahrhaftige, was einem noch bleibt.

Das Allein ist die Krönung einer Beziehung. Die bedingungslose Hingabe ist bei mir gepaart mit meiner Geilheit. Deshalb ist es unerlässlich, dass man mich keusch hält. Das ist die Basis meiner Erniedrigung und Ergebenheit. Ich habe diese kurze Beichte mir aus der Seele geschrieben. An den Satzstellungen werden sie bemerken, dass es Unterschiede der Ausdrucksweise gibt. Das liegt daran, dass ich es an verschiedenen Tagen geschrieben habe. Verschiedene Tage bedeuten verschiedene Gefühlswelten. Ich bin nun mal gerädert.

Aber das Schreiben tat mir gut. Ihr ergebenster André.


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